Kontext: Nachdem ich gerade ohne festes monatliches Einkommen nach Vancouver in Kanada gezogen bin, greife ich auf mein angespartes Vermögen zurück, um meinen aktuellen Konsum zu glätten.1 Diese Ersparnisse verteilen sich auf ein Tagesgeldkonto und einen Geldmarktfonds, was mich vor eine sehr praktische Frage stellte: Welchen Topf sollte ich zuerst angreifen? Als Ökonom habe ich das natürlich umformuliert zu „Welche Option verursacht für den Rest des Jahres die höheren Opportunitätskosten in Form entgangener Zinsen?" — und beschlossen, entgangene Zinsen als alleiniges Maß der Opportunitätskosten zu behandeln.
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RegioIndex: Finde Deinen Lieblingsort in Deutschland
Hintergrund
Vor ein paar Monaten — gegen Ende meiner Promotion — kamen die letzten fünf Gehirnzellen, die nicht von meiner Dissertation besetzt waren, auf eine schwierige Frage: Was machst du nach deiner Promotion? Sofort hatte ich die einzig gute Antwort parat: Ich weiß es nicht. Meine Gehirnzellen antworteten: Hmm - ok. Aber wo willst du leben? Verdammt, gute Frage! - antwortete ich. Als guter Mann habe ich mir dafür natürlich Hilfe von meiner Freundin geholt und nach einigem Nachdenken entschieden wir uns, temporär nach Vancouver, BC, zu ziehen. Frage geklärt!, dachte ich zuerst. Oh nein - Frage nur verschoben…, antworteten meine fünf Gehirnzellen. Da meine Freundin und ich eine Vereinbarung getroffen haben - hauptsächlich erzwungen durch unsere Eltern -, irgendwann in Zukunft nach Deutschland zurückzukehren, war die Frage also noch nicht wirklich beantwortet.
[Mehr]Review: Hedge Funds and the Collapse of Long-Term Capital Management
von Franklin R. Edwards
Abbildung 1: Selbst brillante Ökonomen können Geld verspielen.

“Quelle: Edwards, F. R. (1999). Hedge funds and the collapse of long-term capital management. Journal of Economic Perspectives, 13(2), 189-210.”
Einleitung
Meine Vorbereitungen für die Rezension des Buches Money Magic von Laurence J. Kotlikoff ließen mich in einem Wikipedia-Kaninchenbau versinken. Besonders die Zeit, in der ich versuchte, die Ideen hinter dem Merton-Samuelson-Theorem zu begreifen, führte dazu, dass ich stundenlang die Wikipedia-Seiten von Robert C. Merton und Paul Samuelson konsultierte, beeindruckt von ihren gewaltigen Beiträgen zur Wirtschaftswissenschaft. Ein Ereignis in Mertons Leben interessierte mich jedoch besonders: seine Beteiligung am Hedgefonds Long-Term Capital Management (kurz: LTCM), dessen Zusammenbruch 1998 fast zu einer globalen Finanzkatastrophe geführt hätte. Neugierig auf das Thema und nicht ganz zufrieden mit der entsprechenden Wikipedia-Seite, fand ich glücklicherweise den hervorragend geschriebenen Artikel Hedge Funds and the Collapse of Long-Term Capital Management von Franklin R. Edwards. Der Artikel beschreibt nicht nur den zeitlichen Ablauf des LTCM-Zusammenbruchs auf interessante Weise, sondern erklärt auch die Funktionsweise von Hedgefonds und warum sie scheitern können. Tauchen wir also ein.
[Mehr]Ältere Posts
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